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Fallbeispiele
Sabine D.
35 Jahre alt, zählt bereits seit längerem zum
Kreis der begünstigt Behinderten, verschweigt aber aus Scham ihren
Feststellungsbescheid vor ihren jeweiligen Arbeitgebern.
Kaum eine ihrer Anstellungen dauert länger als ein halbes Jahr, da
die gelernte Schneiderin durch ihre Hüftprothese am 100%igen
Ausüben ihres Berufes gehindert wird. Die Angst, aufgrund des
häufigen Jobwechsels irgendwann keinen Arbeitsplatz mehr zu
finden, vergrößert sich stetig.
Wieder einmal arbeitslos, ist sich Sabine D. darüber im Klaren,
das es auf Dauer so nicht weitergehen kann und darf. Sie fasst sich ein
Herz und sucht Support auf.
Ein wichtiger Schritt im Zuge des folgenden Coachingprozesses ist die
Stärkung des Selbstvertrauens von Sabine D. Eine der
größten Herausforderungen jedoch stellt mit Sicherheit das
Akzeptieren der eigenen Behinderung dar. Erst dieser Schritt
ermöglicht eine relativ vorurteilsfreie Abwägung aller Vor-
und Nachteile des Feststellungsbescheides und die Suche nach
Alternativen zu ihrem erlernten Beruf.
Sabine D. entschließt sich, alle sich bietenden rechtlichen
Vorteile (z.B. Lohnkostenzuschuss für den Arbeitgeber)
auszuschöpfen und wird bei einer
Arbeitskräfteüberlassungsfirma für Menschen mit
Behinderung vorstellig. Mittlerweile arbeitet Sabine D. in einem neuen
Berufsfeld und fühlt sich wieder rundum wohl.
Leo M.
56 Jahre alt, steht seit vielen Jahren mitten im Berufsleben.
Eine chronische Erkrankung, die gerade durch extreme Hitze oder
Kälte sowie Stress immer wieder ausbricht, lässt ihn aber
nach und nach resignieren. Seine Krankenstände häufen sich.
Mit einer Sehleistung von nur mehr 12 Prozent am betroffenen Auge denkt
Leo M. ernsthaft an die Beantragung einer
Berufsunfähigkeitspension.
In dieser Situation kommt er zu Support. Am Beginn der gemeinsamen
Arbeit von Leo M. und dem Coach steht die Beleuchtung der
Hintergründe für den Wunsch seinen Beruf aufzugeben. Diese
Konfrontation mit den eigenen Ängsten fällt nicht immer
leicht. Viele offene Fragen sind zu beantworten: Was spricht für
den Verbleib im Job? Was spricht für den Weg in die Pension?
Leo M. stellt sich seinen Dämonen und erkennt, dass er in seinem
Beruf noch vieles zu geben hat und auch geben möchte. Der
Coachingprozess stärkt sein Selbstvertrauen und gibt ihm die
nötige Motivation dazu. Er akzeptiert seine Erkrankung und sucht
ein offenes Gespräch mit seinem Arbeitgeber. Leo M. hat es
geschafft. Er arbeitet wieder mit viel Freude und Engagement - das
Thema „Pension“ ist in weite Ferne gerückt.
Kornelia B.
30 Jahre alt, bezieht aufgrund einer Behinderung bereits
seit längerem eine befristete Invaliditätspension.
Glücklich ist sie damit jedoch nicht. Sie fühlt sich
unausgelastet und sieht keine Perspektiven für ihr Leben.
Wünschen würde sie sich eine Tätigkeit / eine Aufgabe,
die zu keiner persönlichen Überforderung führt und ihren
individuellen Möglichkeiten entspricht. Die Unsicherheit
gegenüber ihren eigenen Fähigkeiten und Talenten macht diese
Aufgabenfindung aber sehr schwer.
Erst durch den Coachingprozess lernt Kornelia B. ihre eigenen
Stärken und Begabungen kennen und brennt darauf, sie auch
einzusetzen. Auch die Angst vor dem Verlust der
Invaliditäts-Pension kann sie überwinden. Gemeinsam mit der
Supporterin arbeitet sie an ihren Zielen, tankt Energie und
Selbstvertrauen.
Bereits kurz nach Ende der Coachingbegleitung setzt sie ihre
Wünsche in die Tat um. Kornelia B. startet eine zweiwöchige
Schnupperlehre im Bereich Gartenbau.
