Einkaufsstraßen-Studie des ÖZIV-Bundesverbandes: Innsbruck rutscht von Platz 1 auf Platz 2 ab

Bild zeigt eine Frau im E-Rollstuhl beim Einkaufen

Noch im Vorjahr konnten sich Innsbrucks Einkaufsstraßen in der umfassenden Erhebung von barrierefreien Zugängen zu Geschäften in den Innsbrucker Einkaufsstraßen an erster Stelle im österreichischen Vergleich behaupten. „Das hat sich leider geändert“, so der enttäuschte Obmann des ÖZIV Tirol, Michael Knaus und der Geschäftsleiter des ÖZIV Tirol, Hannes Lichtner.

Insgesamt wurden in der Innsbrucker Innenstadt 576 Geschäfte auf schwellenlosen Zugang untersucht.

Lag Innsbruck bei der letzten Studie im Jahr 2017 mit 58% barrierefreien Geschäften noch am besten, wurde dieser Rang heuer an St. Pölten mit 61% stufenlos-zugänglichen Geschäften abgetreten.

Sehr zum Bedauern von ÖZIV-Tirol-Obmann Michael Knaus, „da es in den letzten Jahren kaum zu einer Verbesserung der Situation in Innsbrucks Einkaufsstraßen gekommen ist. Barrierefreiheit ist als Grundrecht für eine ‚Inklusive Gesellschaft‘ zu betrachten. Die Ergebnisse der Studie sollten dringend ein Anlass für ein Umdenken im Sinne von ‚Barrierefreiheit für alle‘ bewirken. Barrierefreiheit ist eine wesentliche Voraussetzung, damit ein möglichst selbstbestimmtes Leben möglich ist. Neue Hilfsmittel, wie moderne Elektrorollstühle und Unterstützungsleistungen sowie persönliche Assistenz, bringen keinen Nutzen, wenn Betroffene dann doch wieder vor Zugangsbarrieren stehen und Geschäfte, Ärzte oder Dienstleistungsunternehmen nicht selbständig besuchen können. Hier und noch in vielen anderen Bereichen muss einfach mehr passieren! Dabei sehen wir es als unverzichtbare Herausforderung, dass im Sinne einer möglichst umfassenden Barrierefreiheit die Zugänglichkeit für Menschen mit mobilen Einschränkungen, aber auch für Personen mit Hör- und Sehbehinderungen ermöglicht wird.“

Auch seitens der Tiroler Wirtschaftskammer wird die Notwendigkeit betont, das Bewusstsein in Sachen baulicher Barrierefreiheit weiter zu schärfen. „In der Tiroler Landeshauptstadt wurden in den vergangenen Jahren zwar schon viele Geschäftslokale adaptiert, es gibt aber sicherlich Verbesserungspotenziale. Deshalb steht die Wirtschaftskammer in regelmäßigem Austausch mit dem ÖZIV und bietet ihren Mitgliedern bestmögliche Unterstützung bei der Planung und Umsetzung entsprechender Maßnahmen an“, meint dazu Dr. Alois Schellhorn, Geschäftsführer der Sparte Handel in der Tiroler Wirtschaftskammer. Das umfangreiche Service- und Beratungsangebot der WK Tirol zum Thema „Barrierefreiheit“ ist online unter wko.at/barrierefreiheit zu finden.

ÖZIV-Tirol-Geschäftsleiter Hannes Lichtner würde sich wünschen, „dass die Wirtschaft das Thema nicht nur aus dem Blickwinkel der ‚lästigen‘ Einhaltung von Bau- und Gesetzesnormen sieht, sondern Barrierefreiheit auch als wesentliches Qualitätsmerkmal ihres Leistungsangebotes sieht. In einer inklusiven Gesellschaft der Vielfalt gibt es auch vielfältige Kundenbedürfnisse. Dazu gehören die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen ebenso, wie z. B. auch die der immer stärker wachsenden Kundenschicht älterer Konsumenten, die auch von Barrierefreiheit profitieren. Ein moderner Betrieb denkt diesen Qualitätsstandard bestmöglich mit!“

Detaillierte Informationen zur Einkaufsstraßen-Studie 2019 finden Sie im Anhang mit den Ergebnissen der österreichweit durchgeführten Studie:

Aktuelle ÖZIV-Einkaufsstraßen-Studie:
Barrierefreiheit in Einkaufsstraßen weiterhin mangelhaft

Ergebnisse Einkaufsstraßen-Studie 2019