Pressemitteilung - ÖZIV Tirol fordert Teststrategien auch in der mobilen Pflege und für Assistenzleistungen

Bild zeigt einen Rollstuhlfahrer mit einer Assistenzperson

Utl.: Die Corona-Pandemie stellt gerade auch Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen in Tirol vor besonderen Herausforderungen – Der ÖZIV Tirol fordert als Interessenvertretung, dass nicht nur stationäre Einrichtungen sondern auch die Sicherung der mobilen Betreuung und Selbständigkeit der Betroffenen im eigenen Zuhause im Fokus stehen muss!

27. November 2020 (Innsbruck) - Während Berichte von den schwierigen Situationen in Pflegeheimen und Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderungen immer wieder im wichtigen öffentlichen Fokus stehen, wird die Situation von tausenden betroffenen Tiroler*innen in der COVID-Krise, die auf mobile Betreuungs- und Assistenzleistungen angewiesen sind, zu wenig wahrgenommen.

Auch im zweiten Lockdown gibt es viele persönliche Herausforderungen und ungeklärte Lösungen – Teststrategie für den mobilen Bereich fehlt

Gerade in der ersten Lockdown-Phase waren Menschen mit Behinderungen und auch deren Angehörigen plötzlich mit sehr schwierigen Lebenssituationen konfrontiert. Neben der Gefahr der sozialen Isolation war es teilweise über Nacht auch zu einem Zusammenbruch der mobilen Betreuungsleistungen auf Grund der unklaren rechtlichen Situation und fehlenden Schutzausrüstungen gekommen.

Vieles hat sich seitdem stabilisiert, aber auch danach und vor allem im aktuellen Lockdown ergeben sich weiter schwierige persönliche Herausforderungen.

„Für das Personal im Bereich der mobilen Pflege und persönlicher Assistenz gibt es immer noch keine ausreichenden Testkapazitäten bzw. keine eigene Teststrategie!“, merkt ÖZIV Tirol Geschäftsleiter Hannes Lichtner kritisch an. „Auch die Mitarbeiter*innen in der mobilen Pflege und Assistenz leisten Enormes. Die Unsicherheit, ob eine Betreuungskraft bei ungewissen Symptomen oder Covid-Kontakt nach Hause kommen kann oder soll, belastet natürlich Personal und Betroffene.“

Gerade auch um Personen zu schützen, die zu einem großen Teil zur Risikogruppe gehören, braucht es weniger Massentests, als regelmäßige und zielgerichtete Testungen auch von Betreuungspersonen im mobilen Bereich.

Krisengremium des Landes soll Kommunikation verbessern – Die Covid-
Pandemie als „Brennglas“ für die Sinnhaftigkeit von inklusiven Systemstrukturen

Positiv sieht der ÖZIV Tirol, dass nun beim Land Tirol ein wöchentliches Online-Krisengremium endlich auch für die Behindertenhilfe eingerichtet wurde. Durch den direkten Austausch zwischen Dienstleistern, Nutzer*innen-Vertretungen und Abteilungen des Landes sollen Covid-bedingte Probleme nun direkt zwischen den Systempartnern erhoben werden und hoffentlich schnelle Lösungen gefunden werden.

Für den ÖZIV zeigt sich die Covid-Pandemie dabei unter anderem auch als „Brennglas“ für die Vorteile und Notwendigkeit von inklusiven Strukturen und häuslichen Betreuungsangeboten. „Die schwere Beherrschbarkeit von Covid-Clustern in großen stationären Einrichtungen zeigen den Vorteil von klein strukturierten Wohnangeboten und individuellen Unterstützungsstrukturen in den eigenen vier Wänden,“ meint ÖZIV GF Lichtner, „vorausgesetzt wir bauen diese Strukturen weiter konsequent aus!“

Psychosoziale Belastungen in der Krise – Persönliche Beratungsangebote wie die des ÖZIV Tirol sind wichtig

Die zusätzlichen Belastungen für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen in der Corona-Krise sind vielfältig. Ob es um die wichtige Erledigung von Amtsgängen geht, die teils schwierige Betreuungs- und Pflegesituation zuhause oder eine Verschärfung der grundsätzlich schon nicht einfachen Jobsituation.

„Aber vor allem auch das Fehlen von sozialen Kontakten kann zu zusätzlichen psychologischen Belastungen führen,“ weiß ÖZIV Tirol Obmann Michael Knaus. „Die heuer leider fast alle abgesagten Vereinsaktivitäten und größeren Veranstaltungen unserer Bezirksvereine vermissen viele unserer über 2.000 Mitglieder sehr. Das Gefühl zu vermitteln ‚trotzdem da zu sein‘ ist in dieser Zeit besonders wichtig!“

Der ÖZIV Tirol bietet auch in dieser Zeit eine Sozialberatung, eine Rechtsberatung, Beratung zum barrierefreien Wohnen, einen Hilfsmittelverleih und mit ÖZIV SUPPORT auch eine Beratung und Coaching für Menschen mit Behinderungen im beruflichen Zusammenhang an.

Kontakt ÖZIV Tirol: 0512/ 57 19 83 

Rückfragen und Kontakt

Mag.a Simone Pittl
Öffentlichkeitsarbeit ÖZIV Landesverband Tirol
Mail: info[at]oeziv-tirol.at

Bild 1: Mensch mit Behinderung im Kontakt zu Betreuungsperson (Fotocredit: Shutterstock)