Internationaler TAG der INKLUSION am 5. Mai - Interessensvertretungen kritisierten in den letzten Wochen gemeinsam, dass auf Menschen mit Behinderungen in der Corona-Krise oft vergessen wurde!

Trotz zahlreicher Presseausendung und Gespräche mit politischen Vertreter*innen hatte man das Gefühl, dass in den letzten Wochen die teilweise besonders schwierige Situation von Menschen mit Behinderungen in der Corona-Krise kaum im Fokus der Medien und der Politik stand.


Am heutigen internationalen TAG der INKLUSION daher auch
die Forderung,
dass aus der derzeitigen Krise auch langfristige Erkenntnisse bezüglich Systemmängeln von inklusiven Strukturen gezogen werden!

Das Europäische Behindertenforum (EDF) fordert in einem offen Brief an alle europäischen Staat- und Regierungschefs, dass es im Rahmen der COVID-19 Krise nicht nur einen wirtschaftlichen Sanierungsplan geben muss, sondern auch in ein Europa investiert werden muss, das sozialen Schutz garantiert und das stabilere INKLUSIVE Strukturen in der Beschäftigung und im Gesundheitswesen schafft.
Der EDF formulierte dazu konkrete Forderungen.

Die systematische Einbindung von Behindertenorganisationen in Maßnahmenplanungen ist dabei eine wesentliche Forderung!
Beispielhaft dazu eine gemeinsame Presseaussendung von Behindertenrat, Behindertenanwaltschaft, ÖZIV, KOBV und Lebenshilfe, die vor allem mehr Partizipation eingemahnt hat.
Gefordert wird auch, dass Vertreter*innen von Behindertenorganisationen in den nationalen Krisenstab und in die Landes-Krisenstäbe mit einbezogen oder zumindest regelmäßig zugezogen werden.

Die Presseinformation im vollen Wortlaut dazu lesen Sie hier.

In diesen Zusammenhang wollen wir auch noch einmal auf ein dementsprechendes Schreiben des ÖZIV Tirol an die Tiroler Landesregierung hinweisen, in dem wir vor allem auf die schwierige Betreuungssituation gerade auch von Menschen mit Behinderungen im eigenen Zuhause während der letzten Wochen hingewiesen haben: Stellungnahme ÖZIV Tirol
Diese Intervention hat mitbewirkt, dass die Assistenz- und Betreuungsangebote  der Dienstleister in Tirol nun wieder stärker aufgenommen werden, auch wenn noch nicht im vollständig notwendigen Ausmaß!

Weiters hat auch der Tiroler Monitoring-Ausschuss eine Stellungnahme verfasst, in der darauf hingewiesen wird, dass der Alltag für Menschen mit Behinderungen durch die Corona-Krise noch schwieriger geworden ist. 

Tatsache ist, dass wir alle und unser Wirtschafts- und Sozialsystem durch diese Krise vor neue Herausforderungen gestellt wurden.
Daher wird es auch eine wesentliche Erkenntnis und  Forderung des ÖZIV Tirol sein – die auch schon bereits dem Land Tirol vermittelt wurde – dass im zukünftigen Tiroler Aktionsplan für Menschen mit Behinderungen auch ein Kapitel „Krisenmanagement“ aufgenommen werden muss. Es gilt für die Zukunft aus dieser außergewöhnlichen Situation auch zu lernen und die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Gerade die Corona-Krise hat daher gezeigt, wie wichtig INKLUSIVE Systemstrukturen sind, um die Unterstützung und damit auch Gesundheit und Selbständigkeit von Menschen mit Behinderungen auch in so schwierigen Zeiten zu sichern! Auch der ÖZIV Tirol wird weiter dafür kämpfen!