Aktuelle Presseaussendung: Steigende Arbeitslosigkeit bei Menschen mit Behinderungen und Budgetdruck gefährden Unterstützungsangebote für die berufliche Teilhabe
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2. März 2026 (Innsbruck/Wien) – Menschen mit Behinderungen sind stärker als andere Bevölkerungsgruppen von Armut bedroht, aktuelle Daten der Statistik Austria sehen jede fünfte Person mit Behinderung als armutsgefährdet. Besonders die Inklusion am Arbeitsmarkt hat sich als nachhaltige Strategie bewährt, dem entgegenzuwirken.
Doch aktuell stehen Unterstützungsangebote für Menschen mit Behinderungen durch mögliche Einsparungen stark unter Druck.
Inklusion am Arbeitsmarkt als Schutz vor Armut
Österreich hat sich mit der Ratifikation der UN-Behindertenrechtskonvention rechtlich dazu verpflichtet, Menschen mit Behinderungen eine gleichberechtigte Teilhabe an der Berufswelt zu ermöglichen. Gerade auch die Maßnahmen des Ausgleichstaxfonds (ATF) bilden hierfür einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung. Denn der Zugang zum ersten Arbeitsmarkt ist ein zentraler Baustein, um Menschen mit Behinderungen vor Armut und Ausgrenzung zu schützen.
Ausgleichstaxfonds als wirksames Mittel der beruflichen Inklusion
Dabei hat sich gerade der ATF in der Vergangenheit als höchst effektives Instrument der beruflichen Inklusion bewiesen. Der ATF finanziert Maßnahmen wie Arbeitsassistenzen und Investitionen in barrierefreie Arbeitsplätze und trägt österreichweit mehr als 210 NEBA-Projekte, sowie auch vom Sozialministeriumsservice finanzierte Angebote.
Auch der ÖZIV Tirol ist mit ÖZIV SUPPORT Coaching/Beratung Träger eines solchen wichtigen Projektes in Tirol. Das Coaching-Angebot fördert dabei die eigenen Fähigkeiten und hilft, neue Perspektiven im Arbeits- und Privatleben zu finden. Die Beratung zu verschiedensten behinderungsrelevanten Themen ist dabei eine wichtige Grundlage.
So konnten seit fast 25 Jahren tausende Tiroler und Tirolerinnen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen bei der Erlangung eines neuen Jobs oder der Sicherung eines gefährdeten Arbeitsplatzes unterstützt werden.
ÖZIV Tirol fordert Absicherung des ATF
Doch der Ausgleichstaxfonds (ATF) steht vor erheblichen strukturellen Herausforderungen, denn der wachsende Unterstützungsbedarf übersteigt zunehmend die verfügbaren ATF-Mittel. Einsparungen und Kürzungen der finanziellen Unterstützungsangebote, wie sie aktuell drohen, wären kontraproduktiv und würde die Situation für die Betroffenen noch weiter verschärfen. So sind zum Beispiel gerade auch aus dem ATF finanzierte Lohnförderungen für Betriebe ein wichtiger Anreiz zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen.
Für ÖZIV Tirol Geschäftsleiter Hannes Lichtner ist es daher unerlässlich, dass die Sicherung und Weiterentwicklung von arbeitsmarktpolitischen Unterstützungsangeboten wie dem ATF weiterhin gesichert bleiben muss.
Link zur heutigen Pressekonferenz des ÖBR:
Die gesamte Presseaussendung als PDF: