AKTUELLE Presseaussendung: Barrieren abbauen, Chancen nutzen: Inklusiver Tourismus in den Regionen Seefeld und Innsbruck

Mit dem erfolgreichen Abschluss des LEADER*-Projekts „Barrieren abbauen, Chancen nutzen“ setzen Innsbruck Tourismus und der Tourismusverband Seefeld ein starkes, gemeinsames Zeichen für mehr Inklusion im Tourismus. Ziel des regionsübergreifenden Projekts war es, Barrieren abzubauen, Bewusstsein zu schaffen und eine inklusivere Gastfreundschaft in Tourismusbetrieben und Destinationen zu fördern. Unterstützt wurde das Projekt vom Regionalmanagement Innsbruck Land sowie durch die Expertise vom ÖZIV (Österreichweite zukunftsorientierte Interessenvertretung für Menschen mit Behinderungen).

Stellten den Praxisleitfaden für Beherbergungsbetriebe der Öffentlichkeit vor (v.l.): Barbara Plattner (Geschäftsführerin Innsbruck Tourismus), Bernold Dörrer (Vorstandsmitglied ÖZIV Tirol, Sachverständiger für Barrierefreiheit), Michaela Kraler (LEADER-Projektleitung Region Seefeld – Tirols Hochplateau) sowie Michael Knaus (Obmann ÖZIV Tirol). Copyright: Franz Oss

Inklusion als Zukunftsthema im Tourismus
 

In der Europäischen Union leben rund 24 % der Bevölkerung über 16 Jahren mit einer Form von Einschränkung. Das entspricht rund 107 Millionen Menschen, also etwa einem von vier Erwachsenen (Stand 2024) - dazu zählen körperliche und kognitive Beeinträchtigungen ebenso wie altersbedingte Einschränkungen. Dennoch ist Barrierefreiheit im Tourismus vielerorts noch immer ein Randthema. Dabei geht es längst nicht nur um hürdenlose Mobilität für Rollstuhlfahrer:innen, sondern um eine Vielzahl sichtbarer und unsichtbarer Barrieren, mit denen Menschen im Urlaub konfrontiert sind. 

Innsbruck Tourismus und Seefeld Tourismus sind sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und haben im Frühjahr 2024 das Gemeinschaftsprojekt für mehr Barrierefreiheit und Inklusion in beiden Regionen gestartet. Dieses wurde in enger fachlicher Zusammenarbeit mit dem ÖZIV umgesetzt. 
 

Michaela Kraler, Projektleiterin beim Tourismusverband Seefeld, erklärt: „Inklusion bedeutet weit mehr als bauliche Barrierefreiheit. Das LEADER-Projekt war ein wichtiger erster Schritt, um Bewusstsein zu schaffen und konkrete Verbesserungen für Gäste wie Betriebe anzustoßen.“

 

Konkrete Maßnahmen für Betriebe
 

So fanden in Innsbruck und Seefeld interaktive Workshops statt, bei denen der direkte Austausch zwischen Betrieben, Expert:innen und Betroffenen im Mittelpunkt stand. Vertreter:innen von Tourismusbetrieben hatten dabei auch mittels Simulationsbrillen und Rollstühlen die Gelegenheit, sich in die Perspektive von Menschen mit Behinderung zu versetzen. 

Ein neuer, umfassender Praxisleitfaden für Beherbergungsbetriebe soll anhand praktischer Beispiele und Maßnahmen Gastgeber:innen dabei unterstützen, Barrieren zu erkennen und vorhandene Potenziale für mehr Inklusion zu nutzen. Der Leitfaden ist nicht nur für die Betriebe in den beiden Regionen Innsbruck und Seefeld verfügbar, sondern für alle interessierten Tourismusbetriebe in Tirol. Denn genauso wichtig wie barrierefreie Unterkünfte sind auch für alle zugängliche Erlebnisse in der Region, etwa mobilitätsfreundliche Wanderwege oder Sehenswürdigkeiten mit Angeboten für Menschen mit Sinnesbeeinträchtigungen.

Barbara Plattner, Geschäftsführerin von Innsbruck Tourismus, erklärt dazu: „Wir wollen Urlaubserlebnisse so gestalten, dass sich alle Menschen willkommen fühlen. Wenn wir Barrieren abbauen – in der Infrastruktur genauso wie in den Köpfen – schaffen wir Erlebnisse, die verbinden und Lebensqualität für alle erhöhen. Es geht nicht um Perfektion, sondern um echtes Hinsehen, Zuhören und den Willen, es sukzessive besser zu machen.“
 

Auch Michael Knaus, Obmann ÖZIV Tirol, unterstreicht die Bedeutung des Projekts: „Barrierefreiheit ist kein Nice-to-have, sondern ein Qualitätsmerkmal für die gesamte Region. Der Projektabschluss sollte kein Endpunkt sein, sondern der Auftakt für weiteres Engagement und den Ausbau von Expertise im inklusiven Tourismus. Für Menschen mit Behinderungen geht es um die wichtige gesellschaftliche Teilhabe an allen Lebensbereichen.“


Im Zuge des Projekts wurde auch ein professionelles Fotoshooting durchgeführt, das die Vielfalt der Gäste sichtbar macht und künftig eine inklusivere touristische Ansprache unterstützt. Eine Übersicht über barrierefreie Urlaubsangebote in den beiden Regionen gibt es unter:
www.innsbruck.info/l/barrierefrei.html
www.seefeld.com/de/barrierefreier-urlaub.html
 

Stimmen aus den Workshops

„Die Teilnahme an diesem Workshop war für uns eine beeindruckende Erfahrung. Wir werden in Zukunft noch mehr Fokus auf Barrierefreiheit legen und unser Hotel, sowie unsere Services noch inklusiver gestalten“, so Wolfgang Riess, Hotel Klosterbräu Seefeld. 

„Die Teilnahme am Projekt hat uns geholfen, das Thema Barrierefreiheit ganzheitlich und praxisnah zu betrachten. Durch die Workshops und den direkten Austausch haben wir konkrete, umsetzbare Impulse für unseren Betrieb erhalten, die sowohl die Servicequalität als auch die Gästezufriedenheit nachhaltig verbessern. Barrierefreiheit und Inklusion sind für uns ein zentrales Zukunftsthema und ein klarer Mehrwert für unsere betriebliche Weiterentwicklung”, erklärt Tobias Kleinlercher, Rezeptionsleitung vom Hotel Maximilian in Innsbruck.

 

Ausblick: Inklusion weiterdenken
 

Innsbruck und Seefeld werden den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen – einerseits als Impulsgeber für die Betriebe, aber auch durch eigene Initiativen wie den Ausbau mobilitätsfreundlicher Wanderwege oder die Unterstützung der Deaflympics 2027. Die Olympischen Spiele für gehörlose Sportler:innen finden nächstes Jahr in Innsbruck und Seefeld statt.

Das Projekt „Barrieren abbauen, Chancen nutzen – Inklusiver Tourismus in den Regionen Seefeld und Innsbruck“ wurde über das Regionalmanagement Innsbruck Land im Rahmen des LEADER-Programms mit Mitteln von Bund, Land Tirol und der Europäischen Union unterstützt.
 

Pressestimmen: 

06.02.2026 - Artikel Tiroler Tageszeitung - Forderung nach mehr Inklusion im Tourismus

06.02.2026 - Artikel Tiroler Kronenzeitung - Inklusion - und wie Tourismus Barrieren abbaut

06.02.2026 - Artikel meinBezirk.at - Barrierefreiheit in Tirol: Tourismus setzt den nächsten Schritt 

 

Hier finden Sie die Presseaussendung: 

Barrieren abbauen, Chancen nutzen: Inklusiver Tourismus in den Regionen Seefeld und Innsbruck